BIM-Downloadportale vs. BIM Infrastruktur “BIM & More”


Seit vor einigen Jahren erste Versuche unternommen wurden, Bauprodukte als BIM-Objekte zur Verfügung zu stellen, hat sich viel getan. Mittlerweile können Planer und Architekten auf zahlreiche Baustoffe, Bauprodukte sowie System- und Lösungsvarianten in der erforderlichen Detailtiefe (LoD) zugreifen und in ihrer Projektplanung einsetzen. Das Problem heute ist: Es gibt zwar viele Downloadportale für BIM-Objekte, die teils auch deren Programmierung vornehmen. Sie lösen allerdings nicht nur die Herausforderung auf Industrieseite, sie schaffen neue. Im nachfolgenden Interview erklärt Matthias Uhl, Gründer und Geschäftsführer von Die Werkbank, warum bekannte BIM-Downloadportale der großen Entwicklung im Weg stehen und warum die BIM-Infrastruktur “BIM & More” Abhilfe schaffen kann.


Warum setzen Hersteller auf Downloadportale?

Sie erfüllen verlässlich vor allem Marketingziele. Viele kennen etwaige Portale, wenn sie an BIM-Objekte denken. Deshalb ist es aus Perspektive der Industrie durchaus sinnvoll, eigene BIM-Objekte dort anzubieten. Sie stehen dort zum Download für gängige BIM-Software zur Verfügung.


Was können diese BIM-Downloadportale nicht?

Das ist der Wermutstropfen: Sie können auch nicht viel mehr, als eine gute Sichtbarkeit im Netz zu gewährleisten. Wenn Planer oder Architekten heute BIM-Objekte dort herunterladen und in CAD mit einem bestimmten Wandaufbau planen, können sie nicht mit Gewissheit sagen, ob die Daten für alle Leistungsphasen und Anforderungen gerüstet sind und ob die Produktlösung auf Industrieseite überhaupt noch in dieser Form geführt wird oder nicht längst überholt ist.


Woran liegt das?

Einerseits ist die Pflege von BIM-Daten bei Industriekunden mit mehreren tausend bis hunderttausend Lösungsvarianten ein enormer Kraftakt, der kaum bewerkstelligt werden kann. Es ergeben sich ständig irgendwelche Änderungen im Produktportfolio, die dann unmittelbar in allen BIM-Downloadportalen entsprechend aktualisiert werden müssten. Andererseits prüfen die klassischen Downloadportale die BIM-Objekte nicht, die ihnen von der Industrie geliefert werden. Damit besteht immer das Risiko für Planer, dass die Qualität der BIM-Daten den jeweiligen Planungsanforderungen nicht gerecht werden kann.


Das klingt nach einem strukturellen Problem. Wie kann BIM & More das lösen?

Richtig, es handelt sich um ein Strukturproblem. Während die Bauindustrie aktuell ihre BIM-Daten aus der Hand gibt und der Pflege dieser Daten nicht mehr hinterherkommt, haben wir mit BIM & More eine Infrastruktur entwickelt, bei der wir erstens für die Güte der BIM-Daten garantieren und zweitens immer Aktualität gewährleisten können. Beides sind wichtige Kriterien, wenn es um eine reibungslose Planung und Durchführung von Bauprojekten geht.


Wie macht das BIM & More?

Das Geheimnis heißt Single Sourcing: Der Industriekunde verknüpft sein Master-Data-Management (PIM), das ohnehin immer aktuell ist und das Produktportfolio widerspiegelt, mit der BIM-Infrastruktur BIM & More. Dadurch schlägt er gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe. Er schafft eine dauerhafte Verbindung zwischen seinem PIM-System und BIM-Exporten. Nach einer kurzen Onboarding-Phase, in der alle PIM-Daten in BIM-Daten aufbereitet und gegebenenfalls mit fehlenden Attributen angereichert werden, kann der Hersteller seine BIM-Objekte selbst mit dem BIM-Publisher publizieren. Er erreicht dadurch nicht nur die klassischen Downloadportale, sondern auch Planungsprogramme und kann zudem sein eigenes Plugin exportieren. Der entscheidende Vorteil aber ist, dass hier durch die Anbindung an das PIM-System ein Automatisierungs- und Aktualisierungsworkflow hergestellt wird. Alle Änderungen im PIM-System werden automatisch von BIM & More in den BIM-Objekten übernommen. Das reduziert nicht nur den künftigen Pflegeaufwand der BIM-Daten auf ein Minimum, sondern gewährleistet zum ersten Mal, dass BIM-Objekte immer aktuell sind.


Klingt nach einer Wunderwaffe…

Die Tatsache, dass alle Produktdaten und Systemlösungen, mit denen Architekten ein Haus in CAD planen, zu jeder Zeit exakt dem aktuellen Portfolio des Herstellers entsprechen, bringt eine ganz neue Qualität in der Kommunikation zwischen Architekt und Industrie hervor. Und ganz nebenbei wird sehr viel Geld gespart, weil keine laufenden Kosten für die Bereitstellung der Ressourcen notwendig werden, die normalerweise durch die Datenpflege entstehen. Damit sorgt BIM & More dafür, dass sich durch die Digitalisierung tatsächlich Vorteile und Skaleneffekte für alle Seiten ergeben. Davon profitieren dann alle Beteiligten der Immobilienbranche.


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