Von der Pflicht zur Kür: Mit BIM & More einfach, effizient und sicher von PIM zu BIM


Warum der Single-Sourcing Ansatz bei der Baustoffindustrie die eigentliche Revolution in der BIM-Planung bedeutet

Wer heute als Architekt oder Planer einen Auftrag erhält, muss damit rechnen, “BIM-konform” planen zu müssen – oder zu dürfen, denn BIM bietet, wie mittlerweile sattsam bekannt, viele Vorteile mit transparenten Prozessen für alle an den Bau- und Planungsprozessen Beteiligten. Zu einem der Kernversprechen dieser intelligenten Technologie gehören effizient erstellbare Kostenschätzungen, aufbauend auf hinreichend detaillierten Gebäudemodellen. Selbstredend soll daraus auch ein effizientes Ausschreibungs- und Vergabewesen auf Basis der intelligent in die 3D-Modelle integrierten Baustoffe erfolgen.

Aber inwieweit BIM an dieser Stelle für die Planer als Pflicht oder Kür begriffen wird, ist im Wesentlichen eine Frage der Datenbeschaffung: Zwar existieren zahlreiche BIM-Autorensysteme wie z. B. ArchiCAD® oder Revit®, in die Informationen zu den Tausenden von Baustoffen und Baustoffkombinationen manuell eingepflegt werden können. Diese Informationen sind allerdings nicht ohne Weiteres frei verfügbar, außerdem liegen sie – genau genommen – dezentral verteilt in den PIM-Systemen der Hersteller. Als Datenbestand also, der sich nicht einfach so in lokale BIM-Bibliotheken auf die Rechner der Planer und Architekten übermitteln lässt.

Downloadportale erfüllen nicht die Erwartungen

Und genau diese Problemstellung ist es, die als größtes Hindernis für Planer und Architekten auf ihrem Weg in die kompromisslose digitale Planung wahrgenommen wird. Zwar bieten oberflächlich betrachtet die hinlänglich bekannten BIM Portale im Internet Bauprodukte digital zum Download an und erheben damit den Anspruch, genau diese Lücke zwischen Bauproduktanbieter und Planer zu füllen. Einer genaueren Prüfung allerdings, geschweige denn einer wirklich durchgängigen BIM-konformen Verwendung in digitalen Gebäudeplanungen, halten diese Angebote allerdings nicht Stand: Inkonsistente Qualitäten in Ausführung, Formaten, oder Attribuierungen, ganz abgesehen von undurchschaubaren Möglichkeiten zur Überprüfung der Aktualität der angebotenen Downloads, sind nur einige der Unzulänglichkeiten, denen sich die Planer und Architekten bei der Benutzung dieser Portale gegenüber sehen.

Bedenkt man zusätzlich die Tatsache, dass Baustoffe im Roh- und Ausbaubereich in einer ganz anderen Vielfalt in ihren verschiedensten, anforderungsbedingten Kombinationsmöglichkeiten bei den Herstellern verfügbar sind, erkennt man sofort die Grenzen der BIM-Portale. Denn wie sollten beispielsweise mögliche 50.000 denkbare Trockenbaulösungen eines Herstellers in einem derartigen Portal hochgeladen, anwenderfreundlich auffindbar und gleichzeitig aktuell gehalten werden können.

Die Auflistung der Unzulänglichkeiten der BIM-Portale für die eigentliche Nutzer-Zielgruppe der Architekten und Planer ist hierbei nur die halbe Wahrheit. Die andere Hälfte betrifft die Datenanbieter selbst, nämlich die Baustoffindustrie. Sie steht im Zusammenhang mit den BIM Portalen zahlreichen Fragen gegenüber. Z. B.: Wie kann ich mein Produkt- und Lösungsangebot in seiner vollen Variationsbreite Planern und Architekten effizient BIM konform zur Verfügung stellen? Ohne bei mir selbst überproportionalen und somit nicht darstellbaren Aufwand zu erzeugen? Wie kann ich dieses breite und tiefe BIM-Angebot über die Zeit erweitern und dabei ständig aktuell halten? Und wie kann ich meinen Nutzern, den Planern und Architekten, die Sicherheit geben, dass mein BIM-Angebot ständig aktuell ist und auch bleibt?

Single-Sourcing mit BIM & More.

Der Schlüssel für die Baustoffindustrie hierbei ist: das Single-Sourcing. Um die Bereitstellung eines BIM-Angebotes für die Baustoffindustrie weitgehend aufwands- und kostenoptimiert abwickeln zu können, muss sich das BIM Angebot eines Herstellers dessen PIM-Angebot (Product Information Management) bedienen. Sämtliche Informationen dürfen ausschließlich an einer einzigen Stelle gepflegt werden. Im PIM-System. Die Datenausleitung und -nutzung (Export) hingegen ist vielfältig.

Der größte Vorteil dabei liegt auf der Hand: große Effizienz, nahtlose Prozesse und keine Lücke im Datenbereitstellungsprozess. Diese Mehrwerte erschließt für den kompletten Themenkomplex BIM die BIM-Infrastruktur BIM & More: Mit BIM & More greift der BIM-Planer direkt aus seinem CAD-System in das vom Hersteller angebotene digitale Produktportfolio. Aufwändige Recherchen entfallen, die komplette und komplexe Bauproduktwelt eines Anbieters ist nur ein paar Mausklicks entfernt. Als Basis eines jeden BIM-Projektes lassen sich die Datenmengen nun sicher und nachvollziehbar in die BIM-Modelle einpflegen. Die erfassten Bauteile und Prozesse lassen sich so mit geringem Aufwand BIM konform, fehlerfrei und redundant zuordnen und, diskriminierungsfrei zur Verfügung stellen.

Nie war die Industrie näher am Planer und Architekten, als es mit BIM & More möglich ist. Mit dem Single- Sourcing Ansatz werden alle digitalen Produktinformationen anschaulich zusammengeführt und dem Planer bzw. Architekten BIM-konform zur Verfügung gestellt. Durch die Interoperabilität der Datenanbindungen kann das Bauteilmanagement nachvollziehbar und dokumentengerecht realisiert werden.

BIM & More nutzen bereits viele Firmen aus der Baustoffindustrie. Marken wie Knauf, Sto, ISOVER, Rigips, Uzin, und andere setzen bereits auf diese Lösung. Zahlreiche weitere sind in der Umsetzung ihrer BIM & More Lösung.

Wie funktioniert Single Sourcing?

Technisch funktioniert das Single-Sourcing-Datenmanagement von BIM & More folgendermaßen:

  • Die vollautomatische Datenanbindungen an das zentrale Master-Data-Management eines Herstellers erfolgen über seine direkte Anbindung an das BIM-Cockpit. Es erfolgt also eine Anbindung zwischen BIM-Management und Produkt-Management, direkt in der IT-Infrastruktur des Baustoffherstellers.
  • PIM-System und BIM-Cockpit werden synchronisiert, zusätzliche BIM-Information wird über die BIM-spezifischen Datenmanagement-Optionen im BIM Cockpit ergänzt.
  • Die reine Produktinformation wird einmalig im PIM System angelegt, geändert oder aktualisiert. Zusätzliche BIM-Information wird additiv ausschließlich im BIM Cockpit gepflegt (= 100 % Single-Sourcing)
  • Diese einmalige Datenbearbeitung wird über den BIM Publisher des BIM-Cockpits über alle BIM & More Tools synchronisiert und direkt in die CAD-Systeme übertragen oder sonstigen BIM-Datenabnehmern zur Verfügung gestellt.

Ein weiteres Plus: die Lösungen von BIM & More sind OPEN BIM. Warum? Hauptsächlich werden über die BIM-Infrastruktur BIM & More Metadaten in die CAD Systeme ArchiCAD® und Revit® übertragen. Diese Metadaten wandern während des Übertragungsvorgangs in die Produkt- und Systemdatenbanken der jeweiligen Software. Nutzt nun ein Planer diese importierten Lösungen in seinem aktuellen Plan, erzeugt er durch die normale Usability des jeweiligen CAD-Systems nativ z. B. Wände, Decken, oder Dächer. Auch die 3D-Geometrie entsteht so, ganz nebenbei. Und dieser Rückgriff auf die ureigenen Möglichkeiten der CAD-Systeme ermöglicht nun auch die komplette freie Konvertierung der jeweiligen BIM-Lösungen in alle erdenklichen CAD-Formate. Von IFC bis 3ds, alles was das CAD-System an Konvertierungsmöglichkeiten bereithält lässt sich auf die übertragenen Lösungen und Aufbauten anwenden. Und das ist 100 % OPEN BIM.

Datenintegrität rückt in den Vordergrund.

Mit der digitalen Transformation können auch erhebliche Sicherheitsrisiken entstehen. Themen wie Serverstandort und -sicherheit sind nicht erst seit gestern aktuell. In Verbindung mit BIM-konform zur Verfügung gestellten Produkt- und Systemdaten stellt sich immer häufiger ein Themenkomplex heraus: Die Datenintegrität. Damit zusammenhängend die Datenaktualität und somit die Grundfrage dafür, dass Planer und Architekten überhaupt entscheiden können, ob nämlich eine Lösung in ihren BIM-Planungen verwendet werden kann oder nicht. Um aber integre und aktuelle Daten bereithalten zu können, muss die Baustoffindustrie, darunter Hersteller von Produkten wie Dämmstoffen bzw. Dämmstoffsystemen, Putzen, Mörteln, Bauplatten, Bodenbelägen, Dachziegeln, Dachsystemen, Innen- und Außenwandsystemen, zu jederzeit des Datenbereitstellungsprozesses die Datenhoheit behalten. Eine Anforderung, die aber nur dann erfüllbar ist, wenn sämtliche am Bereitstellungsprozess beteiligten Komponenten in der herstellereigenen Serverinfrastruktur betrieben werden. Die BIM-Daten verlassen das „digitale Hoheitsgebiet“ des Industriekunden erst, mit der endgültigen Datenübergabe an den CAD-Planer. Nur so kann Datenintegrität und somit -aktualität den BIM-Planern gegenüber garantiert werden. Und das bedeutet nicht weniger, als dass eine ganz neue Stufe der Zusammenarbeit zwischen Baustoffindustrie und BIMArchitekten erreicht ist.

Dieser Artikel ist in den BIM-Blättern 2018 des Ernst & Sohn Verlages Berlin im November 2018 erschienen


01 Datenübergabe aus PIM-System über das BIM Cockpit an ArchiCAD über das Knauf BIM Plugin
01 Datenübergabe aus PIM-System über das BIM Cockpit an ArchiCAD über das Knauf BIM Plugin


02 Datenübergabe aus PIM-System über das BIM Cockpit an Revit über das Knauf BIM Plugin

02 Datenübergabe aus PIM-System über das BIM Cockpit an Revit über das Knauf BIM Plugin


03 Über das Knauf BIM Plugin übertragene Innenwand - hochinformativ angereichert - ohne Mehraufwand für den BIM-Planer

03 Über das Knauf BIM Plugin übertragene Innenwand - hochinformativ angereichert - ohne Mehraufwand für den BIM-Planer


04 -Neue BIM-Datenausleitung als BIM Kanäl im BIM Cockpit

04 -Neue BIM-Datenausleitung als BIM Kanäl im BIM Cockpit


05 -BIM-Datenausleitung über BIM Kanäle im BIM Cockpit verwalten

05 -BIM-Datenausleitung über BIM Kanäle im BIM Cockpit verwalten


06 -BIM-Datenausleitung über BIM Kanäle im BIM Cockpit verwalten

07 -BIM-Datenausleitung über BIM Kanäle im BIM Cockpit verwalten






 




Kommentare
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Grupe
vor 6 Tagen
Hallo, sehr interessanter Artikel - aber eine Frage hat er nicht klären können. Können Sie hier Aufklärung schaffen? 1.Was passiert wenn sich die Artikel des Herstellers ändern (z.B. neue Produktnummer, geänderte HxBxT, Hinweistexte usw.) und diese Informationen dann im PIM aktualisert werden? Wird der Synchronisierungsprozess (PIM > BIM > *CAD) dann automatisch erneut angestoßen. Oder funktioniert es nur mit dem händischen Starten der Synchronisation? 2.Muss - mal abgesehen von der BIM Datenanreicherung über das BIM Cockpit - nochmals an irgendeiner Stelle händisch nachgepflegt werden? MfG