BIM: 5 Fragen an Agron Deralla vom Architekturbüro AllesWirdGut


Agron Deralla, Architekt und BIM Manager beim Wiener Architekturbüro AllesWirdGut, mit einer unkoventionellen Antwort auf die Frage, was einen guten BIM-Manager ausmacht: „Dadurch dass WIR gemeinsam arbeiten, ist unser BIM Manager für alle der gute Freund.“


1. BIM, ein allgegenwärtiges Buzzword - welche Rolle spielt BIM in Ihrem Büro?

BIM ist nichts Neues für unser Büro, da wir die Entscheidung, diesen Weg zu nehmen, bereits 2016 getroffen haben. Ab 2017 wurden dann all unsere neuen Projekte in der Methode entwickelt, obwohl die Industrie noch nicht ganz bereit war. Nichtsdestotrotz wird BIM bei uns im Alltag eingesetzt, weil wir die Potentiale des Building Modelling schon früh erkannt haben und diese in unserem ersten BIM Pilot Projekt ebenfalls beobachten und bestätigen konnten. Auch das Bewusstsein im Team, dass BIM ein Kern-Tool für die Planung unserer Projekte ist, wurde nach und nach geschärft.


2. Wie lange wird es Ihrer Meinung nach noch dauern, bis die Immobilienbranche das volle Potenzial von BIM ausschöpft?

Die Immobilienbranche ist kein kleiner Sektor, wenn man bedenkt, dass er sich in unterschiedliche Funktionalitäten aufteilt - ob es nun ums Arbeiten, Wohnen, Gewerbe usw. geht. In der gesamten Wertschöpfungskette der BIM Methode haben aus unserer Sicht die Immobilienbranchen beziehungsweise die Betreiber das größte Potential durch dessen Nutzung. Wir haben das Gefühl, dass die PlanerInnen und teilweise auch die Baufirmen am österreichischen und deutschen Markt den Schritt schon seit ein paar Jahren implementiert haben, wobei nun auch die Immobilienbranche langsam aufwacht. Es wird aber sicherlich noch ein paar Jahre dauern, bis die Investoren diese Methode für sich erkennen und implementieren, um den Mehrwert auszuschöpfen.


3. Worauf sollten Unternehmen bei der Umstellung auf BIM besonders achten?

Das Allerwichtigste ist: BIM ist nicht nur eine Software. Software spielt zwar eine wesentliche Rolle bei der Implementierung beziehungsweise Erstellung der Daten, aber es kommen weitere Parameter wie Prozesse und Kollaborationen hinzu, um eben diese Daten korrekt und präzise liefern zu können. Es ist wichtig zu verstehen, dass alle Beteiligten, beginnend mit dem/r BauherrIn, dem/r PlanerIn, dem/r FachplanerIn, dem/r Ausführenden und dem/r BetreiberIn, zusammenarbeiten und nicht gegeneinander. Deshalb setzt AllesWirdGut den Schwerpunkt hier – und ganz nach Firmenphilosophie – auf das: WIR!


4. Was macht einen guten BIM-Manager aus?

Ein/e BIM ManagerIn hat die Aufgabe, die Koordination der Modelle und den Informationsfluss von einer Stelle zur anderen zu realisieren. Dadurch dass WIR gemeinsam arbeiten, ist unser BIM Manager für alle der gute Freund. Um eine gute Synergie im gesamten Team zu schaffen, ist das Wissen darüber, was und wie die anderen an Projekten arbeiten, sehr relevant – der/die BIM ManagerIn steht somit immer als UnterstützerIn für die erfolgreiche Realisierung der Daten zur Seite. Ein bisschen Spaß darf auf der Strecke aber natürlich nicht verloren gehen, der bringt positive Auflockerung im Team.


5. Was kommt nach BIM?

Ob die Methode BIM heißt oder IoT, oder auch etwas anderes kommt, ist nicht so relevant, wie die Richtung, die bereits eingeschlagen wurde: Die Digitalisierung der Baubranche hat begonnen und nimmt Schwung auf, um Prozesse zu verbessern. Die Maschinen-, Auto-, oder Flugindustrie haben schon vor Dekaden das realisiert, wo gerade die Bauindustrie ihre ersten Schritte macht. Der sogenannte zukünftige Rohstoff: Daten. Information hat einen immer größeren (Stellen-)Wert und kann nur in Zusammenspiel mit der Digitalisierung von Technologien zu einer Vernetzung führen.


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